Blog 01 – Dein Verstand erzählt Geschichten – Vom Umgang mit belastenden Gedanken

Wir Menschen sind stolz auf unser Gehirn und unseren Verstand. Das ist auch gut so. Aus meiner Arbeit aber weiß ich, dass unser Gehirn sehr fehleranfällig ist, insbesondere große Gefühle im Spiel sind.
Eine wichtige Fähigkeit, die es zu erlernen gilt: Distanziere dich von dem, was dein Verstand dir gerade erzählt. Einer meiner Lieblingssprüche ist deswegen „Ich glaube mir nicht alles, was ich denke!“.

Nicht alles, was du denkst, ist wahr. Du konstruierst deine Wirklichkeit mit deinen Gedanken. Und dein Verstand beißt sich an manchen Geschichten fest. Die erzählt er dir wieder und wieder. Und die machen dann wieder Gefühle, leider oft Ängste, Hilflosigkeit und Traurigkeit.

 

Ein Beispiel. Petra ist 40 Jahre alt. Sie kommt in meine Praxis. Sie hat zwei Kinder und einen Mann, der viel beruflich unterwegs ist. Sie vermutet, dass er sie betrügt. Sie haben vor 5 Jahren ein Haus gebaut, jede Menge Schulden. Petra ist noch in Elternzeit. Ihre Tochter ist leider chronisch erkrankt an Morbus Crohn. Die Situation ist verfahren. Petra ist erschöpft, nicht glücklich in ihrem Leben und ihr Verstand beginnt ihr Geschichten zu erzählen. Der sagt dann so etwas wie: „Nichts in deinem Leben läuft richtig. Du entscheidest dich immer falsch. Schon Dein Vater hat sich nie um deine Bedürfnisse gekümmert, jetzt dein Mann. Eigentlich kümmert sich überhaupt niemand um dich!“. Tag ein, Tag aus, „trichtert“ ihr Verstand das ein. Und der Verstand findet immer mehr Dinge in ihrem Leben, die auch nicht so laufen, wie gewünscht. Der Verstand schaut durch einen Filter auf die Welt. Der Filter heißt „Niemand nimmt Rücksicht auf mich. Nichts klappt, was ich versuche.“. All das erlebt Petra jeden Tag. Selbst wenn ihr Glas runterfällt, sagt ihr Verstand: „Siehst du Petra. Nichts läuft so, wie du es dir vorstellst. Dein Leben ist einfach scheiße.“

 

Stellen wir uns vor, wir hätten Petra zu einem anderen Zeitpunkt in ihrem Leben kennengelernt. Zum Beispiel kurz nach der Geburt ihres ersten Kindes. Damals war sie frisch verheiratet, die Beziehung war noch in Ordnung. Sie hatte sich ein Kind gewünscht, das Kind ist zur Welt gekommen. Sie wusste noch nicht, dass ihr Kind krank ist. Im Zuge dieses Lebensereignisses, hätten wir sie in einer ganz anderen Stimmung getroffen und ihr Verstand hat ihr Verstand ihr ganz andere Dinge erzählt: „Schau, jetzt hast du das, was du dir immer gewünscht hast. Es ist das größte Glück Mutter zu werden. Du hast einen Mann, du hast ein Kind, ihr baut gerade ein Haus. Alles ist ganz wunderbar.“ Und wenn dann Dinge, Kleinigkeiten im Alltag nicht so gelaufen sind, wie Petra sich das vorgestellt hat, hat ihr Verstand gesagt: „Naja, ist doch gar nicht schlimm.“ Das heißt, ihr Verstand hatte einen anderen Filter.

So hat sie die Welt durch eine ganz andere Brille gesehen.

 

Das kennst du vielleicht selber von dir auch. Wenn du gut geschlafen hast, morgens aufstehst und in aller Ruhe in den Tag startest, erzählt dein Verstand dir „entspannte“ Geschichten. Der Filter ist ein anderer, wenn du eine schlechte Nacht hast, nicht einschlafen konntest und gegrübelt hast. Sofort erzählt er ganz andere Geschichten, die „erschöpft“ eingefärbt sind.

 

Warum beschäftigen wir uns hier überhaupt damit? Ganz einfach, ich komme noch einmal zurück auf dieses so wichtige Zitat „Ich glaube mir nicht alles was ich denke!“ Ich empfehle dir zu lernen, dich von deinem Verstand zu distanzieren. Damit gelingt es dir, mehr Ruhe und Gelassenheit in dein Leben zu bringen. Wie das gehen kann? Infos dazu gibt es in der Podcast-Folge 002 „Dein Verstand erzählt dir Geschichten.“

 

Höre dir doch die ganze Folge dazu im Podcast an.

#002 Dein Verstand erzählt Dir Geschichten

 

Erklärungen und Übungen dazu findest du auch in meiner Facebook-Gruppe ACT: Das Leben lieben. Du bist herzlich willkommen.

 

https://www.facebook.com/groups/394884211095110

 

Einen wunderbaren Tag,

Deine Sabine