Blog #022 Mental Health- die 50:50 Regel

Ich möchte heute gerne mit dir über das Thema psychische Gesundheit reden. Bist du psychisch gesund? Das klingt fast ein bisschen hölzern. Ich finde die Amerikaner drücken das besser aus: „Wie steht es denn um deine Mental Health?“.   

 

Die meisten Leute antworten: „OK“. Aber ist „OK“ psychische Gesundheit? Überwiegend glücklich zu sein– ist das mentale Gesundheit? Ich glaube, das ist der Irrglaube, der viele Probleme mit sich bringt. Also, was meint psychisch gesund? Psychisch gesund meint aus meiner Sicht, dass du mit dir innerlich gut verbunden bist. Das du einen guten Zugang zu deinen Gefühlen hast. Das du deine Gefühle benennen und annehmen kannst. Das ist manchmal gar nicht so einfach. Denn das, was wir von anderen Leuten sehen, sieht ja so aus, als wäre jeder immer gut drauf. Zum Beispiel auf Instagram und Facebook. Die Leute veröffentlichen geschönte Bilder von sich, auf denen sie super aussehen. Es sind immer nur tolle Lebenssituationen, „Hey, ich habe gerade Sport gemacht.“ oder Ich habe fünf Kilo abgenommen. Und vielleicht fragst du dich manchmal, was mit dir eigentlich nicht stimmt. Weil du nicht eine solche Success Story veröffentlichen kannst. Oder vielleicht veröffentlichst du sie auch. Aber deine Gefühle dabei sind gar nicht dementsprechend. Wir kriegen das recht früh beigebracht, dass es die äußeren Umstände die Ursache für unsere innere Stimmung sein sollen. Wenn ein Kind traurig ist, wird es sofort gefragt, warum es traurig ist. Wer oder was ist schuld?“ Es wird vorausgesetzt, dass etwas Negatives, etwas Schlimmes passiert ist. Und wenn etwas Gutes passiert, hast du dich eben zu freuen. Dann hast du glücklich zu sein. So lernen wir, dass wir glücklich sind, wenn wir normal, reich oder schön sind. 

Aber stimmt das? Ich glaube nicht. Ich sehe viele Menschen in meiner Praxis, die ich als normal bezeichnen würde. Die finanziell gut abgesichert sind, gute Jobs haben, toll aussehen. Und sie sind trotzdem nicht glücklich. Das heißt, die äußeren Umstände können für die innere Stimmung in diesem Fall nicht verantwortlich sein. Diese Leute gehen häufig sehr hart mit sich ins Gericht. Gerade deshalb. Ihnen wurde ja beigebracht, dass sie so, wie sie im Augenblick leben, glücklich sein müssen.  

Denkst du vielleicht: Ich bin aber nicht glücklich. Was stimmt mit mir nicht? Mit dir stimmt alles – glaub mir. Du hast alle Arten von Gefühlen in dir. Und das ist gut so. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass in deinem Leben 50:50 zwischen guten und schlechten Gefühlen sein wird. Völlig unabhängig davon, wie die äußeren Umstände sind. Jedermanns Leben ist 50:50 aufgeteilt. Ich glaube, dass da was dran ist. Wenn wir zum Beispiel die Lottogewinner nehmen. Die gewinnen auf einmal so viel Geld, sind endlich reich. All ihre Probleme müssten doch gelöst sein. Die Statistiken sagen aber etwas anderes. Man hat solche Leute sehr oft begleitet. Sie sind alles andere als glücklich. Teilweise wünschten sie sich, dass sie diesen Gewinn nie gemacht hätten. Denn er hat ganz viel Leid in ihr Leben gebracht.
Oder nimm die ganzen Models. Sie haben einen super Körper. Sie sind schön, stehen in der Öffentlichkeit. Sie sind sehr erfolgreich, verdienen viel Geld. Denkst du, dass diese Models mit ihrem Körper jemals zufrieden sind? Nein! Jedes Muttermal, jede Hautveränderungen wird zur Katastrophe. Und damit zur Bedrohung des Gesamterfolg. Das heißt, sie sind immer auf der Hut, immer angespannt. Sie müssen sich immer kontrollieren, auf ihr Essen achten. Sie sind nicht glücklich. Auch ihr Leben ist 50/50. Genau wie dein Leben auch. Du machst nichts falsch, wenn es so ist, wenn sich die positiven und die unangenehmen Emotionen die Waage halten. Gerade dann ist eigentlich alles richtig. Alle Emotionen werden gebraucht. Es gibt Licht und Schatten, und beides muss sein. Sonst könnte man das jeweils Andere nicht wahrnehmen.  

 

Die Idee, dass wir unser Leben von 50:50 in 80:20 umdrehen könnten, führt in ein seelisches Ungleichgewicht. Das würde bedeuten zu 80% glücklich zu sein. Und nur 20% sind unangenehme Gefühle und Gedanken. Doch das System funktioniert so nicht. Dieser Plan ist zum Scheitern verurteilt. Wir können nicht immer, wenn wir negative Emotionen haben, direkt etwas verändern. Die Lösung ist so einfach. Nimm deine Gefühle wahr! Akzeptiere sie so, wie sie sind. Frag dich, warum sie in dein Leben gekommen sind. Aber versuch nicht, sie zu ändern. Schalte nicht auf Autopilot, wenn die Gefühle auftauchen. Wenn du auf Autopilot gehst, versuchst du womöglich, dich zu verstecken. Wenn du dich versteckst, kannst du nicht mehr das Leben leben, welches du eigentlich leben möchtest. Doch darum geht es. Dass du dein Leben so ausrichtet und lebst, wie es deinen Wünschen und deinen Vorstellungen entspricht.  

 

Der Impuls aus dieser Folge ist eigentlich ganz einfach: Akzeptiere, dass dein Gefühlsleben 50:50 ist. Egal, wie deine Lebenssituation aussieht. Egal, ob du reich oder arm, dick oder dünn, beliebt oder unbeliebt bist. Es wird bei 50:50 bleiben. Solltest du das Gefühl haben, dass du dauerhaft in eine Schieflage gekommen bist und die 50:50 nicht erreichst, dann mach dich auf einen therapeutischen Weg. Und schau, wie du mit deinen Gedanken, mit deiner Kontrollagenda dazu beitragen kannst, wieder ins Gleichgewicht zu kommen.  

 

Das war´s schon für heute. Diese Folge fast einiges zusammen, was es in den vorherigen Folgen schon gegeben hat. Es ist aber letztendlich die Essenz, die du zuerst akzeptieren musst, bevor du dich auf den therapeutischen Weg machen kannst. Die Akzeptanz dieser einfachen Wahrheiten wird dir auf jeden Fall dabei helfen.  

In diesem Sinne sage ich heute Danke und freue mich schon auf das nächste Mal mit dir. Über eine positive Bewertung für meinem Podcast und Blog freue ich mich. Tschüss, deine Sabine 

 

Shownotes:

Themenwünsche kannst du mir gerne an sabine@bimmler.comsenden.

Dieser Podcast Reif für die Couch? gibt Dir Ideen und Hilfe zu den folgenden Krankheitsbildern und Symptomen: Depression, Angst, Angststörung, Angstzustände, Soziale Phobie, Erschöpfung, Burnout, Burn-Out, Panik, Panikstörung, Panikattacken, Grübeln, Sorgen, Stress, Zwänge, Zwangsstörung, Achtsamkeit.

Der Podcast Reif für die Couch? verknüpft Erkenntnisse aus der Psychotherapie, insbesondere der Verhaltenstherapie und der Psychologie. Mein Ziel ist es der beste Psychologie Podcast zur werden. Inspiriert wurde ich durch großartige Vorreiter wie Laura Malina Seiler mit Happy Holy Confident, Tobias Beck mit Bewohnerfrei und dem Podcast von gedankenTanken.

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Deine Sabine