Blog #041 Lebenswert(e)- Wie möchtest du leben?

Die Folge heißt „Lebenswert(e) – Wie möchtest du leben?“ Ich glaube, das ist eine Frage, die sich jeder von uns von Zeit zu Zeit stellen sollte. Bei meinen Klienten, gerade diejenigen, die mit belastenden Symptomen zu mir kommen, stelle ich fest, dass sie diese Frage häufig gar nicht beantworten können. Sie haben ihre Werte und die Art, wie sie ihr Leben gestalten möchten, völlig aus den Augen verloren. Sie sind nur noch im reaktiven Modus unterwegs und arbeiten ihr Leben nur noch ab. Sie steuern ihr Leben nicht mehr werteorientiert. Dabei ist das einer der wichtigsten Hebel, wie wir uns unser Leben zurückholen können und das Gefühl, dass das Leben schön ist, dass wir das Leben gestalten können, dass wir die Freiheit haben unser Leben so zu wählen, wie es uns entspricht.  

Was heißt lebenswert überhaupt? Es heißt, das Leben an deinen persönlichen Werten zu orientieren und das Leben für dich selbst bedeutungsvoll zu machen. Werte sind allgegenwärtig, weil sie unser Verhalten, unsere Gedanken und unsere Gefühle beeinflussen. Werte prägen letztendlich unser ganzes Leben, weil alle wichtigen Lebensentscheidungen auf unsere Werte zurückgehen. Mit wem wir eine Partnerschaft eingehen, welches Studium wir wählen oder welchen Beruf wir ausüben wollen. Wenn wir im Einklang mit unseren Werten leben, haben wir das Gefühl, unser Leben ist bedeutungsvoll. Daraus resultiert eine enorme Zufriedenheit und aus diesem Grund macht es Sinn, dass sich jeder von uns von Zeit zu Zeit fragt, was eigentlich seine Werte sind und wie das Leben, welches man im Augenblick führt, mit diesen Werten übereinstimmt. Die meisten Menschen tun das unbewusst. Wir führen unser Leben einfach so. Wir treffen unsere Entscheidungen einfach so. Es ist uns irgendwie klar, dass es in die und die Richtung gehen soll, aber wir führen das selten auf unsere Werte zurück.  

Die meisten Menschen, die ich treffe, die im Augenblick leiden und sich deswegen in eine Therapie begeben, handeln nicht mehr ihren Werten entsprechend. Sie haben eine relativ große Diskrepanz zwischen ihren Werten und der Art, wie sie leben und sie fühlen sich dabei nicht wohl. Sie haben oft das Gefühl, alles was sie tun und wie sie leben, ist bedeutungslos geworden und darüber werden sie krank. Es entwickeln sich Symptome, wie zum Beispiel eine Depression oder eine Angststörung. Dieser Modus vom ewigen Funktionieren, indem wir völlig verloren haben, wofür wir eigentlich leben, tut uns Menschen nicht gut. 

Etwas ganz anderes geschieht, wenn wir unsere Werte kennen und uns von ihnen leiten lassen. Es eröffnet uns die Möglichkeit, tiefe Gefühle des Glücks, der Zufriedenheit und Begeisterung zu erleben. Es gibt uns die Möglichkeit, unser Leben an unseren Werten zu orientieren und ihm eine Bedeutung zu geben. Menschen, die sehr stark werteorientiert Leben, beeindrucken meistens durch eine enorme Authentizität. Das sind die Menschen, bei denen man das Gefühl hat, die sind in ihrer Mitte, die sind im Einklang mit sich selbst. Sie stehen für das, was sie denken und fühlen ein und nehmen auch kein Blatt vor den Mund. Man kann spüren, dass es ihnen damit gut geht 

Es gibt jede Menge Fragen zu klären, wenn du dich noch nie mit deinen Werten beschäftigt hast. Was ist dir wirklich wichtig in deinem Leben? Was inspiriert dich? Was motiviert Dich? An welchen Maßstäben misst du dein Handeln? Womit verbringst du gerne Zeit? Wo fühlst du dich wohl? Was empfindest du als besonders wertvoll in deinem Leben? Was macht dich wütend? Welcher Wert wird hier missachtet? Es gibt unterschiedliche Übungen wie du dich dem Thema nähern kannst, die etwas spielerischer sind. Eine meiner Lieblingsübungen ist die Übung mit den prägenden Menschen. Schreib doch einfach mal auf, welche Menschen dir in deinem Leben begegnet sind, die dich besonders beeindruckt haben. Ein Mensch, bei dem du das Gefühl hattest, dass er für seine Werte einsteht. Ein Mensch, der dich nachhaltig beeindruckt hat und für dich zumindest in Teilen ein Vorbild sein könnte. Dann schreibst du auf, warum das so ist. Was hat dich an dieser Person beeindruckt? Was sie gesagt oder getan? Was hast du gespürt als du mit ihr zusammen warst, dass sie so einen bleibenden Eindruck auf dich gemacht hat? Und was sagt das über dich selbst? Die Übung braucht ein wenig Zeit. Auf jeden Fall würde ich es dir nicht empfehlen zu hetzen. Die Liste darf ruhig ein bis zwei Wochen mitlaufen. Du kannst die Übung auch sehr fokussiert an einem Tag machen, die Liste dann zur Seite legen und mit Abstand nach ein paar Tagen erneut drauf schauen.  

Eine andere Möglichkeit mit gefühlt 1000 Anleitungen im Internet ist das Thema der Werteliste. Es gibt Wertelisten noch und nöcher. Wenn du „persönliche Werteliste“ in den Suchmaschinen eingibst, bekommst du ein reichlichhaltiges Angebot. Da kannst du durchgehen und für dich aufschreiben, was eigentlich deine Werte sind. Dann reduzierst du deine Liste immer um die Hälfte. Das machst du so lange, bis 10 Werte übrig sind. Das kann dir Aufschluss darüber geben, wofür dein Herz schlägt.  

Du wirst bei den Wertelisten merken, dass sich die Bereiche vermischen. Es gibt Werte, die eher auf das menschliche Miteinander abzielen. Es gibt Werte. die auf den beruflichen Kontext abzielen. Aber du wirst sehen, wo dein Herz schlägt, was dir wichtig ist und du wirst eine Vielfalt erkennen. 

Ich habe einen Instagram- und Facebook-Post zu einer Werteliste gemacht. Dort gibt es eine ganz kleine Übung, die du dir gerne anschauen kannst. Unter Sabine Bimmler findest du mich bei Instagram und unter „Reif für die Couch?“  auch bei Facebook.  

Eine große Gefahr beim Werte-Thema ist, dass Menschen mit denen wir in Beziehung sind, uns oft versuchen von ihren Werten zu überzeugen. Viele Menschen sind da sehr passioniert unterwegs und es sind schon Kriege wegen Werte-Thematiken geführt worden. Du darfst deine Werte frei wählen. Du bist frei in deiner Entscheidung, für welche Werte du dich engagieren willst, welche Werte du in den Mittelpunkt deines Lebens stellen willst. Du darfst gute Stimmen deiner Eltern oder deiner Freunde überhören und du darfst dich nach den für dich passenden Werten ausrichten. Denn es ist nicht das Leben der Anderen, das du führst. Es ist dein Leben und du sollst in das Gefühl kommen, dass dein Leben bedeutungsvoll ist und dass du dein Leben gestalten kannst. Deswegen müssen es deine Werte und dürfen keine übergestülpten Werte der anderen sein. Höre nicht nur auf deinen Verstand, sondern auch auf dein Herz. Die Dinge müssen sich für dich gut anfühlen.  

Vielleicht ist dieses ganze WerteDing auch etwas zu abstrakt für dich. Aber genau das ist es nicht, denn der Transfer in den Alltag ist bei den Werten, wenn man sie erst einmal klar hat, relativ einfach. Da kannst du ansetzen. Wenn du deine Werte durch die anderen Übungen klarer gezogen hast, kannst du dich jeden Tag aufs Neue fragen: „Wo habe ich mich heute wertekonform entschieden oder wo habe ich wertekonform gehandelt und wo eher nicht? Was hat das mit mir gemacht? Welchen Einfluss hatte das auf mein Wohlbefinden?“ Dann kannst du dich fragen, wie du deine Werte bei wichtigen Entscheidungen miteinbeziehst. Wie würde deine Entscheidung ausfallen, wenn du im Augenblick in einer krisenhaften Situation bist? Eine sehr hilfreiche Frage ist auch: Welche meiner Probleme gehen auf das Thema Werte zurück? Mit welchen Werten bin ich in einer Diskrepanz, sodass das für mich zu einem Problem wird? Im Sinne der Lösung musst du dich dann fragen: Wie kann ich mich hier anders verhalten und anders entscheiden, um wieder einen besseren Gleichklang mit meinen Werten herzustellen? Auch das ist eine Möglichkeit, um seine Werte jeden Tag neu zu überprüfen, wenn man sie sich einmal klar gemacht hat. Das kannst du zum Beispiel mit deiner Dankbarkeitsroutine verknüpfen. Es ist eine reine Trainingssache, sich immer wieder zu fragen, wo man wertekonform gehandelt hat und wo vielleicht nicht. 

Du wirst sehen, das dauert wie bei jeder Gewohnheit gar nicht so lange bis es in dein automatisiertes Muster übergeht. Am Ende sagt man immer, 30 Tage muss man sich für eine neue Gewohnheit geben 

Also, ich fasse zusammen: Werte sind eines der wichtigsten Themen, wenn es darum geht, ein bedeutungsvolles, glückliches und zufriedenstellendes Leben zu führen. Du solltest deine drei bis fünf Werte kennen, die dir am wichtigsten sind und du solltest verstehen wo sie im Alltag Einfluss auf deine Entscheidung und deine Handlungen haben. Das musst du üben. Das heißt nicht, dass du plötzlich alles anders machen sollst. Es geht nicht darum, sofort seinen Job zu kündigen oder sich von seinem Partner zu trennen. Natürlich sind das Dinge, die mittel bis langfristig passieren können, wenn du dich in einem Umfeld bewegst, was gegen deine Werte spricht. Du kannst aber viel kleiner anfangen und dich bei deinen alltäglichen Entscheidungen erst einmal an deinen Werten ausrichten. Dann warten auf dich tiefe Gefühle des Glücks, der Zufriedenheit und der Begeisterung.  

Wenn dir diese Folge gefallen hat, wenn da Impulse für dich drin waren, würde ich mich total freuen, wenn du mir für den Podcast eine gute Bewertung auf iTunes oder Spotify gibst, damit ich diesen Podcast noch mehr in die Welt bringen kann. So kann ich mehr Menschen damit helfen. Damit würdest du mir einen guten Gefallen tun. Ich danke dir für deine Zeit heute. Schön, dass du zugehört hast und ich sage: Tschüss, bis zum nächsten Mal. Deine Sabine.  

 

Shownotes:

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Themenwünsche kannst du mir gerne ansabine@bimmler.com senden. 

Dieser PodcastReif für die Couch? gibt Dir Ideen und Hilfe zu den folgenden Krankheitsbildern und Symptomen: Depression, Angst, Angststörung, Angstzustände, Soziale Phobie, Erschöpfung, Burnout, Burn-Out, Panik, Panikstörung, Panikattacken, Grübeln, Sorgen, Stress, Zwänge, Zwangsstörung, Achtsamkeit. 

Der PodcastReif für die Couch? verknüpft Erkenntnisse aus der Psychotherapie, insbesondere der Verhaltenstherapie und der Psychologie. Inspiriert wurde ich durch großartige Vorreiter wie Laura Malina Seiler mit Happy Holy Confident, Tobias Beck mit Bewohnerfrei und dem Podcast von gedankenTanken. 

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