Blog #31 – Selbstliebe – die wichtigsten Tipps

Heute möchte ich mit dir über das Thema „Selbstliebe“ sprechen. 

 

Selbstliebe: Was ist das überhaupt für dich? Welche Bilder kommen dir in den Sinn? Welche Menschen tauchen auf, von denen du sagen würdest „Ja, das ist ein Mensch, der liebt sich selbst.“ Vielleicht springen auch sofort negative Assoziationen an und du denkst an egoistisch oder egozentrisch. Du fragst dich, ob man das überhaupt darf. Darf man das als Mutter? Darf man das in einer Beziehung? Du siehst schon, Selbstliebe ist ein gar nicht so leicht zu greifendes Thema. Und deswegen findest du es ja auch überall. Es gibt so viele Podcasts, in denen schon über Selbstliebe gesprochen wurde. Es gibt so viele Zeitungsartikel und Bücher zum Thema Selbstliebe. Es scheint also nicht so einfach zu sein. Selbstliebe ist eine Entwicklungsaufgabe, die immer weiter geht.  

 

Komm, wir prüfen mal, wie es um deine Selbstliebe bestellt ist. Dazu ein paar Fragen: Wie sieht es aus mit der Selbstvergebung? Vergibst du dir, wenn du etwas gemacht hast, was deinen Ansprüchen nicht genügt? Was auch vielleicht den Ansprüchen anderer nicht genügt? Vergibst du dir, wenn du Fehler gemacht hast? Wie redest du mit dir in solchen Zeiten? Glaubst du an dich, wenn du etwas Neues anfängst? Redest du dir gut zu? Unterstützt du dich innerlich? Stolz auf sich sein ist auch ein Aspekt von Selbstliebe. Wie ist das bei dir? Bist du stolz auf dich, wenn du etwas erreichst, das du dir vorgenommen hast? Kennst du deine Stärken? Auch das ist ein Aspekt von Selbstliebe. Wie sieht es mit dem Verhältnis zu deinem Körper aus? Gerade Frauen tun sich ja häufig sehr schwer damit, ihren Körper anzunehmen. Wie siehst du deinen Körper? Siehst du die Dinge, die du schön findest? Gibt es viele Dinge an deinem Körper, die du magst?  

Wenn du all das jetzt so bejahen konntest, dann bist du auf einem guten Weg. Dann hast du den Weg der Selbstliebe schon relativ weit beschritten. Vielleicht bist du noch am Anfang? Siehst nicht, was du alles kannst. Siehst eher, was du noch nicht erreicht hast. Vielleicht sagst du dir, dass du es sowieso nicht schaffen wirst, anstatt dir Mut zuzureden. Menschen, die so denken, flüchten sich häufig in Alkohol oder ins Kaufen von Dingen, um irgendwie positive Gefühle zu erleben. Das klappt aber nur kurzfristig. Selbsthass und die Selbstzerstörung: Womit wir beim Gegenteil von Selbstliebe wären: Selbsthass, Scham, Selbstkritik, Selbstbestrafung. Das sind Themen, die sich genau auf der anderen Seite befinden. Und auch hier kannst du natürlich für dich einschätzen, an welchem Punkt du diesbezüglich gerade stehst.  

Warum solltest du dich überhaupt selbst lieben? Warum sind so viele Menschen umtriebig, wenn es um das Thema Selbstliebe geht? Weil Selbstliebe einen wahnsinnigen Unterschied macht. Selbstliebe beeinflusst alle Bereiche deines Lebens, jeden Tag und jede Minute. Selbstliebe beeinflusst letztendlich jeden Gedanken, den du denkst und jedes Gefühl, das du fühlst. Das heißt, wenn es dir gelingt deinen Weg noch weiterzugehen, dann wird dein Leben leichter, denn du wirst Selbstliebe in deinen Alltag integrieren. Du bist im besseren Kontakt mit dir selbst und das ist das, was sich viele Menschen wünschen, vermutlich auch du.  

Wieso ist es eigentlich so schwierig, sich selbst zu lieben, wenn es doch so gut tut? Hier sind wir einfach nicht hilfreich sozialisiert worden. In unserer Gesellschaft ist es nicht akzeptiert, sich selbst zu lieben. Wer stellt sich schon vor den Spiegel und sagt:„Ich bin super, ich finde mich wunderschön.“ Das tut einfach keiner, es ist also nicht sozial erwünscht. Kleinkinder tun das noch. Wenn sie einen Fehler gemacht haben, verzweifeln sie auch nicht. Die finden sich schön und „richtig“, die finden sich gut, die finden sich super. Und wir trainieren Kindern das leider irgendwann ab. Ich vermute so ist es dir gegangen. Mir auf jeden Fall. Unsere Eltern, unsere Lehrer, viele Personen, die uns beeinflusst haben, haben uns das abtrainiert. Wir kommen ja gerade in der deutschen Kultur aus einer sehr harten Kultur. Es gibt diese Sprüche wie Noch nicht kritisiert, ist gelobt genug“ und das wurde lange gelebt. Wir Deutschen tun uns wahnsinnig schwer damit, uns positiv zu verstärken. Stolz zu sein. Uns zu loben. Teils verständlich bei der Historie. 

Ich habe relativ viel mit Führungskräften gearbeitet. Den Wandel von der autoritären Führung hin zu einer menschenorientierten Führung habe ich daher in Unternehmen mitbegleitet. So etwas wie Wertschätzung und Anerkennung hatte bis dahin häufig gar keinen Platz. Je nachdem, wann du aufgewachsen bist, je nachdem aus welcher Generation deine Eltern stammen, hat dich das doch sehr geprägt. Wir alle haben uns abgeguckt, wie kritisch unsere Mütter oder Väter mit sich waren. Vielleicht war es einfach nicht gewünscht, dass wir anderen Leuten erzählen, wie toll wir eigentlich sind. Somit haben wir auch aufgehört, uns das selber zu sagen und genau das macht uns nun Probleme, denn es verhindert Selbstliebe. Das heißt dieser Weg, den du jetzt eingeschlagen hast, den Weg zu mehr Selbstliebe, das ist ein Weg, der ganz viel in deinem Leben verändern wird. Deswegen lohnt es sich, diesen auch zu gehen: Selbstliebe zu üben, dranzubleiben, Gewohnheiten zu ändern, Glaubenssätze anzupacken und zu drehen.  

Aber wie? Das ist natürlich die entscheidende Frage. Und da würde ich dir jetzt gerne ein paar erste Ideen geben. Ich schlage dir vor, jeden Tag mit einem sogenannten Reinigungsritual anzufangen. Es gibt viele Rituale in puncto Dankbarkeit, wo man abends ins Bett geht oder kurz vor dem Schlafengehen nochmal drei bis vier Dinge vom Tag benennt, wofür man dankbar ist. Es ist gut, wenn du das schon tust. Wenn du damit aber neu anfängst, würde ich dir vorschlagen, zunächst ein Vergebungsritual zu etablieren. Überleg dir abends im Bett drei bis vier Dinge, die an dem Tag nicht so gelaufen sind, wie du dir das gewünscht hast. Das können Kleinigkeiten sein. Zum Beispiel: Du wolltest keine Süßigkeiten essen und hast die Tafel Schokolade doch gegessen. Dinge, auf die du nicht stolz bist und wo dein innerer Kritiker sofort angesprungen ist und dir gesagt hat, dass das so nicht richtig war. Greif’ dir drei, vier Situationen und geh ganz bewusst in die Haltung des Vergebens, indem du dir auch sagst:„Ja, ich sehe mir das nach. Ich verzeihe mir das. Ich werde mir das nicht weiter vorwerfen. Das ist menschlich. Ich habe spontan in einer Situation entschieden, das war beeinflusst von vielen Faktoren. Und ja ich wünschte, ich hätte anders entschieden, habe ich aber nicht. Ich werde es mir nicht weiter vorwerfen, sondern passiert ist passiert. Ich lasse es los. Dieses Gefühl des Loslassen und des sich Verzeihens von ganz konkreten Dingen wird dir helfen anders in den Schlaf zu kommen. Wenn du das täglich tust, dann wird das auf Dauer deine ganze Haltung zu dir selbst verändern. Achtung: Gerade das tägliche Tun ist so wichtig, um neue Gewohnheiten zu schaffen.  

Weswegen heißt es überhaupt Reinigungsritual? Über den Tag hinweg denkst du vermutlich ganz viele negative Gedanken zu dir selbst, in ganz vielen kleinen Situationen. So etwas wie:„Man, das habe ich nicht geschafft. Das habe ich vergessen. Nein, das wollte ich doch nicht und jetzt habe ich es schon wieder gemacht. Du sammelst über den Tag hinweg ganz viele kleine Gedanken und die summieren sich auf. Das ist eine negative Energie, die wenig hilfreich ist. Um dich davon quasi zu reinigen, von Selbstvorwürfen und Selbstkritik, ist dieses Reinigungsritual gedacht. Du musst nicht alles aufzählen, was an dem Tag passiert ist, sondern es geht darum, bei drei, vier Sachen einfach ein Statement zu setzen und in das Verzeihen dir selbst gegenüber zu kommen. 

Dann würde ich dir auf jeden Fall empfehlen, um deine Selbstliebe zu verbessern, dir am Tag Me-Time einzuplanen. Ich mag dieses Wort sehr, Me-Time, Zeit für dich. Zeit für Selbstfürsorge heißt es im Deutschen. Dinge, die dir guttun, werden in diese Zeit gepackt. Das kann ein besonders schönes Duscherlebnis am Morgen sein. Viele Frauen verbinden das zum Beispiel mit Abschminkritualen. Es gibt ja tolle Gesichtsbürsten, die man dafür benutzen kann. Allein auf der körperlichen Ebene kann ich ganz viel dafür tun, dass ich mich im wahrsten Sinne wohl fühle in meiner Haut. Fang’ an dich zu bewegen, wenn du im Augenblick eher nicht bewegungsaffin bist. Und damit meine ich erst mal Spaziergänge, damit meine ich Treppensteigen, damit meine ich eine kleine Radtour am Wochenende. Es müssen nicht der 10km-Lauf sein. Bewegung tut unserem Körper einfach gut. Er ist dafür gebaut, sich zu bewegen. Das heißt, deine Muskeln, deine Gelenke und deine Bänder wollen geschmiert werden. Da ist Bewegung der Schlüssel. Ich hatte ja schon eine ganze Folge über Fülle deiner Ressourcen auf in der Natur gemacht. Beweg dich gerne draußen, geh spazieren, geh durch den Park, verbringe die Mittagspause nicht an deinem Schreibtisch, sondern geh raus. Auch Bewegung hat ganz viel mit Selbstfürsorge zu tun. 

Und dann natürlich: Wie kümmerst du dich um deinen Körper? Was isst du? Isst du gesund? Isst du ausgewogen? Welche Mengen isst du? Ist es genug? Isst du vielleicht zu wenig? Oder bist du eher jemand, der zu viel isst aus emotionalen Gründen? Iss so viel, wie dein Körper braucht und wie es ihm gut tut. Iss gesund. Iss Dinge, die für dich gut verträglich sind. Und trinke genug. Ja, man liest überall, man soll zwei bis drei Liter Wasser am Tag trinken. Aber tu es einfach, denn du tust deinem Körper damit einfach wahnsinnig viel Gutes. Und das hat auch etwas mit Selbstliebe zu tun, dass du dich gut um deinen Körper kümmerst. Da geht es nicht darum, dass du Diäten halten sollst oder sonst irgendwas. Es geht erst einmal um die Basics. Kümmere dich einfach gut um dich.  

Ein weiterer Vorschlag, den ich für dich habe ist, dass du dich mehrfach am Tag vor einen Spiegel stellst und dich anschaust. Es muss gar kein Ganzkörperspiegel sein, kann es aber auch gerne. Halte Blickkontakt mit dir und lächle dich an. Sieh dich bewusst an und geh in ein positives Selbstgespräch mit dir selber. Das ist am Anfang vielleicht etwas komisch, doch es hilft. Du fängst an mit dir zu reden und du gibst dir ganz konkrete Rückmeldung zu irgendwas, was du besonders an dir magst. Oder etwas worauf du an dem Tag besonderes stolz bist. Positives Feedback. Du weißt wahrscheinlich aus dem Arbeitskontext, wie man Feedback gibt. Feedback darf nicht in allgemeinen Plattitüden hängenbleiben. Feedback muss konkret sein. Das heißt, derjenige muss ein Beispiel haben, woran er das festmacht. Also es bleibt nicht bei „Heute sieht du aber gut aus“, sondern es geht darum „Heute Morgen hast du dich für ein T-Shirt entschieden und die Farbe steht dir besonders gut“ oder „Heute ist es dir gelungen drei Liter Wasser am Tag zu trinken“ Du solltest all diese Dinge anerkennen. Das sind Kleinigkeiten, aber um es mit dem Zitat von Wilhelm Busch zu sagen: Das Glück entsteht durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen. Es geht nicht darum, riesige Erfolge vorzuweisen. Es geht darum, den Blick auf viele kleine Dinge zu richten. Also positiver SelfTalk vor dem Spiegel mit einem Lächeln im Gesicht und egal wie albern dir das vorkommt, glaub mir, es hilft. Mach’ das regelmäßig, mehrfach am Tag, fang morgens an und mach es, wenn du abends ins Bett gehst. Dann stehst du auf jeden Fall schon zweimal vorm Spiegel und vielleicht findest du am Tag noch zwei weitere Möglichkeiten, in einen Spiegel oder in dein Handy zu gucken. Es gibt ja auch die Kamera-App, in der man sich selber sehen kann. Auch das tut es natürlich. 

So, das soll es auch erst mal für heute gewesen sein. Da war jetzt schon einiges drin, was dir hilft in die Umsetzung zu kommen und das Thema Selbstliebe weiterzutreiben. Wie ich gesagt habe, es gibt unzählige Artikel, Podcasts, Blogs, die sich mit dem Thema Selbstliebe beschäftigen. Und auch hier: hör sie dir einfach an. Sammle Ideen und wende nach und nach das an, was für dich passt, damit du deinen Weg zur Selbstliebe findest. Der kann nicht für jeden gleich sein, sondern du musst schauen, was zu dir passt und du musst raus aus deiner Komfortzone. Ja, es ist irgendwie albern, mit sich selber im Spiegel zu reden, aber so what? Sieht doch keiner und wenn es hilft, dann machen.  

In diesem Sinne: du bist es wert. Selbstliebe verändert alles: jeden Gedanken, jedes Gefühl, jede Minute in deinem Leben. Und deswegen fang bitte an. 

Ich sage: Tschüss für heute, deine Sabine.  

 

Shownotes:

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Dieser PodcastReif für die Couch? gibt Dir Ideen und Hilfe zu den folgenden Krankheitsbildern und Symptomen: Depression, Angst, Angststörung, Angstzustände, Soziale Phobie, Erschöpfung, Burnout, Burn-Out, Panik, Panikstörung, Panikattacken, Grübeln, Sorgen, Stress, Zwänge, Zwangsstörung, Achtsamkeit. 

Der PodcastReif für die Couch? verknüpft Erkenntnisse aus der Psychotherapie, insbesondere der Verhaltenstherapie und der Psychologie. Mein Ziel ist es der beste Psychologie Podcast zur werden. Inspiriert wurde ich durch großartige Vorreiter wie Laura Malina Seiler mit Happy Holy Confident, Tobias Beck mit Bewohnerfrei und dem Podcast von gedankenTanken. 

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Leg los. ich freue mich auf dich! Deine Sabine