Blog #39 – Eine glückliche Beziehung führen- von Anfang an

Ich möchte dir heute Impulse und Ideen geben wie du dafür sorgen und darauf achten kannst, dass deine Beziehung von Anfang an stabil und zufrieden für alle Beteiligten läuft.  

Zufriedenheit ist sicherlich nicht nur das Ergebnis einer guten Beziehung, sondern auch die Basis einer guten Beziehung. Zufriedenheit beginnt mit Selbstzufriedenheit, ein für uns fast negativ belegter Begriff. Wir könnten auch von Selbstliebe sprechen. Wenn du in Beziehungen gehst und diese Beziehung für dich positiv und beglückend gestalten möchtest, ist es ganz wichtig, dass deine Beziehung mit dir selbst auch positiv ist. Bist du das? Bist du in deiner Mitte? Ich würde mal behaupten, ja – wenn du in Übereinstimmung mit deinen Werten lebst. Wenn du für dich ein Leben gefunden hast, welches deinen persönlichen Werten entspricht. Dann bist du mit dir in ganz starker Verbundenheit und dann ist es ein Leichtes, Beziehungen so zu gestalten, dass sie für dich zufriedenstellend sind.  

Der Titel beinhaltet extra die Formel „von Anfang an“. Eine Beziehung ist etwas, was beide zusammen kreieren und erschaffen. Das beginnt natürlich über den ersten Kontakt, über die erste Verliebtheit, die man spürt und dann erschaffen beide miteinander eine Beziehung und jeder trägt seinen Teil dazu bei. Das heißt, auch eine Beziehung entwickelt sich und sie wächst. Wenn Beziehungen sich in eine Richtung entwickeln, die man nicht mag, ist es die Aufgabe von beiden Partnern gleichermaßen, sie wieder zurückzubringen in den Zustand, der für beide zufriedenstellend ist. Es ist normal, dass man innehalten und den Kurs korrigieren muss. Dass eine Beziehung Geben und Nehmen ist, ist ebenfalls ganz normal. Ein regelmäßiger Austausch darüber hält die Beziehung in Waage. Hat jeder das Gefühl, er bekommt genug von dem, was er braucht, aus der Beziehung? Hat jeder das Gefühl, der Aufwand, den er hat, passt zu dem Nutzen? Das sind wichtige Gespräche, die jedes Paar von Zeit zu Zeit führen sollte. Nur dann klappt das mit dem gemeinsamen wachsen, nur dann klappt es mit der Kurskorrektur. Man muss entscheiden, Sachen gemeinsam anders zu machen und auszuprobieren.  

Ausprobieren führt mich direkt zum nächsten Punkt. Es geht um eine Fehlerkultur in der Beziehung. Wie gehen wir damit um, wenn Dinge nicht mehr zu unserer Zufriedenheit laufen? Kommen wir sofort in eine Vorwurfshaltung? Diskutieren wir sofort über Schuld? Im Sinne einer positiv geführten Beziehung sicher nicht. Fehler gehören zum Entwicklungsprozess. Man probiert Dinge aus und man verläuft sich mal. Man kann den Kurs aber wieder korrigieren. Fehler gehören prinzipiell in der Beziehung dazu. Damit meine ich keine knallharten Themen wie Untreue oder Ähnliches, sondern es geht um Fehler im Miteinander. Ich verhalte mich in einer bestimmten Art und Weise. Ich bringe dem anderen zum Beispiel nicht die Aufmerksamkeit entgegen, die er sich wünscht. Solche Fehler sind verzeihbar. Ob ein Treuebruch verzeihbar ist, das ist etwas ganz anderes. Das muss besprochen und ausgehandelt werden. Am Ende ist es auch nur ein Fehler, nur halt ein großer. 

Begonnen habe ich mit der Haltung gegenüber sich selbst, eine selbstliebende und sich respektierende Haltung. Das ist natürlich die Haltung, die beide Partner dem jeweils anderem gegenüber in der Beziehung zeigen sollten. Du benötigst Toleranz für deinen Partner, auch wenn er anders ist als du. Auch wenn er sich anders verhält oder etwas anderes sagt und denkt, geht es um Toleranz und Neugierde füreinander und um Wertschätzung. Nur weil er anders ist, nur weil er Fehler macht, geht es nicht darum, den Wert der Person anzuzweifeln. Es geht vielmehr um respektvolle Kommunikation und einen respektvollen Umgang, denn die Nähe und das Vertrauen, was ihr einander schenkt, ist ein hohes Gut.  

Einerseits ist es eine Haltungsfrage, aber andererseits muss man auch den Blick auf das Positive am Partner richten. Erstaunlicherweise sehe ich im therapeutischen Bereich Ehepaare, die immer auf all das schauen, was nicht am Partner stimmt. Das ist sehr schade, weil der Blick eher auf das fallen sollte, was gefällt. Es geht um das, was man liebt, das, was einen erfreut und das, was einen anzieht. Den Blick auf das Positive zu richten, ist unglaublich wichtig.  

Es ging jetzt um die Haltung gegenüber dir selbst und die Haltung gegenüber dem anderen. Beziehung ist ein Prozess, man wächst gemeinsam hinein und man gestaltet Beziehung gemeinsam. Am besten tut man das bewusst, indem man regelmäßig kommuniziert über die Beziehung.  

Wenn du in einer Beziehung steckst, in der du denkst, du möchtest deinen Partner an irgendeiner Stelle verändern, im Sinne von Ich liebe ihn ja, aber das muss er noch abstellen oder da muss er noch etwas lernen“, dann ist das eine wenig förderliche Haltung für die Beziehung. Du wirst deinen Partner nicht ändern. Du darfst Wünsche formulieren, du darfst Ideen geben, aber die Veränderung eines Menschen erfolgt immer nur aus dem Menschen selbst heraus. Ganz viele Beziehungen, die ich begleiten durfte, sind in einer Trennung geendet, wenn der eine Partner den festen Vorsatz hatte, den anderen zu verändern. Die Haltung, dass man selber und auch der andere okay ist, ist wichtig in einer Beziehung. Respekt, Wertschätzung, Toleranz und Liebe dem anderen gegenüber ist essenziell. Das bedeutet nicht, dass dir alle Dinge an deinem Partner gefallen müssen, aber ein wesentlicher Kern sollte da sein. Für Dinge, die du gerne verändern würdest, darfst du natürlich Ideen, Wünsche und Bitten formulieren, aber versteife dich nicht darauf, dass du diesen Menschen änderst. Er wird sich nur ändern, wenn er das von innen heraus selbst will.  

Wir hatten vorhin schon kurz über Kommunikation geredet und vielleicht hast du die Folge über die vier apokalyptischen Reiter gehört, die eine schlechte Streitkultur in der Beziehung offenbaren. Streitkultur ist auch etwas, was sehr zu einer Stabilität in der Beziehung beiträgt. Auch im Streit kann man respektvoll miteinander umgehen. Es gibt im Englischen so ein schönes Motto „Soft on people, hard on facts. Ich muss die Person nicht beschädigen, nur weil ich an irgendeiner Stelle eine andere Meinung vertrete. Ich kann die Person trotzdem als Menschen akzeptieren, wertschätzen, bestehen lassen und nicht verletzen. Meine Forderungen, meine Wünsche und all das, was mir wichtig ist, kann ich aber trotzdem sehr klar und hart vertreten.  

Was braucht eine stabile glückliche Beziehung noch? Neue Impulse, Spannung und Überraschung sind ein wichtiger Bestandteil. Am Anfang ist das sowieso gegeben, weil man sich noch nicht so gut kennt und neugierig aufeinander ist. Im Verlauf, wenn man sich immer vertrauter wird und sich immer mehr Routine in die Beziehung einschleicht, ist es wichtig, dass es dabei bleibt, immer wieder neue Impulse zu setzen. Ohne die wird es schnell fad. Je nachdem ob Spannung, Überraschung oder Neugierde Werte für dich persönlich sind, wirst du mehr oder weniger darunter leiden, wenn deine Beziehung das verliert.  

Eine Beziehung ist kein Konto und damit meine ich, dass das gegenseitige Aufrechnen in der Beziehung selten gut funktioniert. Nach dem Motto: ich habe das für ihn gemacht oder ich mache das für ihn, deswegen sollte er dies für mich tun. Wenn du deinem Partner etwas Gutes tust und ihn in der Not unterstützt, dann entscheidest du dich bewusst dafür. An diese Unterstützung ist keine Forderung gebunden. Das heißt, der andere darf zu Recht irritiert sein, wenn du plötzlich eine Forderung stellst für Dinge, die du freiwillig getan hast. Du kannst für das, was du gibst, etwas aushandeln. Das kann funktionieren. Dann ist es für beide Seiten transparent. Aber du kannst nicht im Hintergrund eine Liste führen und dann irgendwann diese Liste rausholen und aufzählen. Wenn du in einer Beziehung gibst, dann solltest du dir immer überlegen, ob du das jetzt auch bereit bist zu geben, wenn du nichts dafür zurückbekommst. Wenn das nicht der Fall ist, dann musst du für dich nochmal hart darüber nachdenken, ob du es trotzdem geben möchtest. Wenn, dann ist es eine freiwillige Entscheidung, die nicht in einer Forderung enden darf.  

Ein weiteres Thema, wenn wir über glückliche Beziehung nachdenken, sind natürlich die inneren Kinder. Deine inneren Kinder haben auch etwas über Beziehungen im Leben gelernt. Wenn du innerhalb der Familie sehr viele stabile Beziehungen erlebt hast, hast du ein Bild von Beziehung: Beziehung ist etwas stabiles, formbares und belastbares. Wenn du allerdings in einem Setting aufgewachsen bist, in dem es kaum stabile Beziehungen gab, dann ist Beziehung für dich gefährlich. Vielleicht stand sogar emotionale oder körperliche Misshandlung im Raum. Egal wie sehr du dich als Kind wahrscheinlich bemüht hast, in Beziehung zu kommen, der andere war nicht berechenbar für dich. Das heißt, du tust gut daran, dir zu überlegen, was du in deiner Kindheit über Beziehungen aufgesogen hast und was deine Glaubenssätze zur Beziehung sind. Du kannst sicher sein, dass sie in bestimmten Situationen in der Beziehung aktiviert werden und dann schlagen sie durch auf deine Stimmung, Gefühle, Gedanken und auf das Verhalten. Man sollte sich im Rahmen einer Selbstreflektion anschauen, wie das innere Kind zur Beziehung steht, was es fürchtet, braucht und wie bindungssicher es ist.  

Eine weitere Übung, die ich dir sehr gerne ans Herz legen möchte, ist die Übung zur Goldenen Hochzeit. Ich habe sie diese Woche in einem Facebook oder in einem Instagram-Post veröffentlicht. Du kannst sie unter Sabine Bimmler oder „Reif für die Couch?“ finden. Macht euch als Paar mal Gedanken dazu, was andere Menschen über euch als Menschen und Paar in 50 Jahren zu eurer goldenen Hochzeit sagen sollen. 

Was wünscht ihr euch? Eine gute Möglichkeit ist es auch, zu überlegen, was du bei deiner eigenen Rede auf der goldenen Hochzeit über deinen Partner und eure Beziehung sagen möchtest. So kommt man ganz schnell an seine fundamentalen Werte, die man mit Beziehung verknüpft. Es ist eine unheimlich schöne und spannende Übung, die man auch mit viel Humor durchführen kann. Wenn du gerade keine Beziehung hast, kannst du die Übung auch ganz allein für dich durchführen. Auch dann wird sie dir Aufschluss darüber geben, wie du eigentlich Beziehung leben möchtest. Das ist wichtig, wenn du dich auf Beziehung einlässt. Wenn du an Beziehung arbeitest und sie gestaltest, solltest du wissen, was dir wichtig ist. Dafür musst du deine Werte kennen.  

Eine weitere Übung ist die Übung zum achtsamen Kontakt. Ich habe schon viel im Podcast über die Achtsamkeit gesprochen und Achtsamkeit ist etwas, was man für sich praktizieren kann. Aber Achtsamkeit in der Beziehung ist auch unheimlich wichtig, weil das heißt, dass du deinem Partner ungeteilte Aufmerksamkeit und deine Zeit schenkst. Wenn er dir etwas erzählt, hörst du ihm oder ihr zu und konzentrierst dich voll darauf. Du gehst nicht in die Bewertung und du streitest auch nicht darüber. Du nimmst einfach nur mal auf und guckst, was der andere dir zu sagen hat. Ganz wertfrei. Dazu gehört auch, dass du nichts nebenbei tust. Bleibe im Blickkontakt und konzentriere dich nur auf diesen Menschen. Überleg mal, wie wenig das eigentlich im Alltag passiert, dass man sich mit Ruhe und absolutem Fokus in die Augen schaut. Oder dass man sich über wichtige Dinge wie die Werte des anderen austauscht. Im Alltag tun wir oft andere Dinge nebenbei und das ist schade, weil das wenig achtsam dem Partner gegenüber ist. Wenn es eine Möglichkeit gibt mehr Qualität, Stabilität und Zufriedenheit in eine Beziehung zu bringen, dann ist es die Achtsamkeit 

Ich fasse nun den zweiten Teil der Folge nochmal zusammen. Wir starteten mit: Du wirst deinen Partner nicht ändern, vergiss es, wenn du das vorhast. Entweder du nimmst ihn so wie er ist oder du gehst besser. Darauf zu hoffen, dass er sich ändert ist vom Risiko her einfach zu groß. Des Weiteren solltet ihr als Paar auf jeden Fall eine Streitkultur sicherstellen, in der ihr euch gegenseitig immer noch mit Respekt und vertrauensvoll begegnet. Neue Impulse, Spannung und Überraschung ist etwas, was ihr für eure Beziehung tun könnt. Du solltest außerdem wissen, wie deine inneren Kinder über Beziehung denken und fühlen, weil sie mit Sicherheit in der Beziehung aktiviert werden. Dazu kannst du eine Selbstreflektionsübung zusammen mit einem Therapeuten aber auch alleine machen. Dann hatten wir die Übung zur Goldenen Hochzeit, die ich wirklich sehr mag, um mehr zu verstehen, welche Dinge einem in der Beziehung wichtig sind. Danach die Übung zum achtsamen Kontakt. Beziehung ist ein Geben und Nehmen und trotzdem ist es kein wirkliches Aufrechnen wie auf einem Konto. Du kannst die Beziehung nur auf einem zufriedenstellenden Weg stabilisieren, wenn du nicht ständig das Gefühl hast, dass sich der Aufwand, für das, was du aus der Beziehung rausbekommst, nicht lohnt.  

Ich hoffe, es waren einige Impulse und vielleicht auch Handlungsimpulse für dich in dieser Folge vorhanden. Ich danke dir ganz herzlich für deine Zeit, fürs Zuhören. Falls dir die Folge gefallen hat, freue ich mich über eine Bewertung bei iTunes oder wo immer du diesen Podcast auch hörst. Und in diesem Sinne sag ich: Tschüss, deine Sabine.  

 

Shownotes: 

Dir gefällt der Podcast? Dann besuch‘ doch auch meinen Blog unterhttp://www.sabinebimmler.de/mein-blog/ 

Themenwünsche kannst du mir gerne ansabine@bimmler.com senden. 

Dieser PodcastReif für die Couch? gibt Dir Ideen und Hilfe zu den folgenden Krankheitsbildern und Symptomen: Depression, Angst, Angststörung, Angstzustände, Soziale Phobie, Erschöpfung, Burnout, Burn-Out, Panik, Panikstörung, Panikattacken, Grübeln, Sorgen, Stress, Zwänge, Zwangsstörung, Achtsamkeit. 

Der PodcastReif für die Couch? verknüpft Erkenntnisse aus der Psychotherapie, insbesondere der Verhaltenstherapie und der Psychologie. Mein Ziel ist es der beste Psychologie Podcast zur werden. Inspiriert wurde ich durch großartige Vorreiter wie Laura Malina Seiler mit Happy Holy Confident, Tobias Beck mit Bewohnerfrei und dem Podcast von gedankenTanken. 

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